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20.11.2017 | 8:58

Als O-Sensei Morihei Ueshiba sein AIKI-BUDO in den 20erund 30er Jahren lehrte, unterrichtete er ausschließlich auserwählte Personen, meist von adliger Herkunft, hochrangige Offiziere oder hochrangige Budokas. Erst in den 40er Jahren öffnete er Aikido mehr und mehr und machte Aikido allen Japanern zugänglich. Er hatte aber noch die Einstellung, Aikido sei den Japanern vorbehalten. Doch als im zweiten Weltkrieg Atombomben auf Nagasaki und Hiroshima fielen, änderte er seine Ansichten und war sich seiner Aufgabe bewusst, allen Menschen Aikido zugänglich zu machen und allen die Philosophie des Aikido näher zu bringen. Sein Grundsatz war: ,,Man greift nicht an". Im Aikido beschränkt man sich auf Abwehrmaßnahmen

Wenn jeder Mensch Aikido ausübt und dieses Prinzip beherzigt, kommt es zu keiner Auseinandersetzung mehr. Und was zwischen zwei Menschen funktioniert, wieso sollte dies nicht auch zwischen zwei Völkern funktionieren! So sandte O-Sensei in den 50er Jahren verschiedene Meister in die ganze Welt. Minoru Mochizuki (geb. 1907) und Aritoshi Murashige gingen als die ersten Aikido-Pioniere 1351 nach Frankreich. Beide trainierten zuvor bei dem Judo-Begründer Ji-Boro Kano, dieser hatte sie ca. 1930 zu O-Sensei geschickt. M. Edochizuki lebte lange Zeit in Frankreich, wo er zusammen mit seinem Sohn Hiroo Mochizuki Aikido lehrte. M. Mochizuki lebt nun wieder in Japan. A. Murashige blieb nicht lange in Frankreich und kam kurz darauf bei einem Verkehrsunfall ums Leben.1952 kam Tadashi Abe (1927-1984) nach Frankreich, lebte, unterrichtete dort bis 1958 und ging dann wieder nach Japan zurück. In den letzten Jahren vor seinem Tod betrieb er kein Aikido mehr.1953 kam Koichi Tohei (geb. 1920) nach Hawai. K. Tohei gilt als einer der größten Aikido-Meister, der mit spektakulären Kämpfen von sich reden machte. Einmal trat er in Hawai gegen fünf hochrangige Judokas gleichzeitig an. 1955 kehrte er wieder nach Japan zurück und 1958 ging er für lange Zeit nach Amerika. Seit ein paar Jahren lebt er wieder in Japan. 1955 ging Seigo Yamaguchi (geb. 1924) nach Indien, danach lebte und unterrichtete er in Frankreich. Derzeit lebt er wieder in Japan und ist im Honbu-Doio tätig, er kommt jedoch noch oft nach Europa, auch nach Deutschland. Andre Nocquet (geb. 1913) ging von 1955 bis 3958 nach Japan, wo er unter O-Sensei trainierte, die meiste Zeit aber unter Kishomaru Ueshiba, Koichi Tohei und Hirokazu Kobayashi. Heute lebt und trainiert er in Paris. Er kam lange Zeit nach Deutschland, um Lehrgänge für den Deutschen Aikido-Bund abzuhalten. Mittlerweile hat sich Andre Nocquet etwas zurückgezogen.

1960 kam Masamichi Noro (geb. 1935) nach Frankreich um Aikido zu unterrichten, heute lehrt er kein Aikido mehr sondern Kinomichi; das sind aus dem Aikido stammende Bewegungen ohne Selbstverteidigungsnutzen und ohne Würfe und Hebel. Moro ist oft zu Besuch bei K. Asai (geb. 1942) und gibt Lehrgänge innerhalb des Aikikai im Kinomichi. Seit 1964 kommt Hirokazu Kobayashi (geb. 1929) jedes Jahr regelmäßig für ca. 3-5 Monate nach Europa, um Lehrgänge abzuhalten, er führte Aikido in den Niederlanden ein. In Japan reist er ebenfalls umher, um Lehrgänge abzuhalten.1964 ging Yoshimitsu Yamada (geb. 1938) nach Amerika,1965 folgte ihm Mitsunari Kanai (geb. 1939)· Beide arbeiten eng zusammen und unterrichten auch heute noch in Amerika. Y. Yamada kommt regelmäßig nach Frankreich, um Lehrgänge abzuhalten, sehr oft zusammen mit N. Tamura (geb. 1933). Hiroshi Tada (geb. 1929) ging 1966 nach Italien und lebte dort bis 1972. Seit 1972 lebt er wieder in Japan, kommt aber noch regelmäßig nach Europa, um auf Lehrgängen zu unterrichten.

Nobuyoshi Tamura (geb. 1133) begann 1948 bei H. Kobayashi in Osaka Aikido zu lernen. H. Kobayashi brachte ihn mit O-Sensei in Kontakt. 1964 ging N. Tamura nach Frankreich, wo er noch heute lebt und unterrichtet. Seichi Sugano (geb. 1338) ging 1964 nach Australien um dort Aikido zu lehren, seit 1979 lebtund trainiert er in Belgien. Er gibt auch oft gemeinsam mit N. Tamura und Y. Yamada Lehrgänge. 1965 kam Kazuo Chiba (geb. 1940) nach England und lebte dort bis 1976, danach ging er nach Japan zurück. 1981 dann nach Kalifornien. 1965 kam Katsuaki Asai (geb. 1942)nach Deutschland und gründete kurz darauf später den Aikikai in Deutschland.

1966 kam G. Wischnewski von einem dreijährigen Japanaufenthalt nach Deutschland zurück. Er wollte eigentlich Judo und Karate lernen, traf dann auf O-Sensei und blieb beim Aikido. Nach seiner Rückkehr begann er sofort, Aikido zu unterrichten, und verfasste 1968 ein deutsches Aikido-Buch. Aus gesundheitlichen Gründen musste er das Aikido-Training aber aufgeben. In den 70er Jahren ging Mitsugi Saotome (geb. 1937) in die USA Kenji Shimitsu(geb. 1940) kam oft nach Deutschland und hatte bis 1981 gute Verbindungen zur Abteilung Aikido des Deutschen Judo Bundes. K. Shimitsu kommt immer noch regelmäßig nach Deutschland. Masatomi Ikeda lebt und unterrichtet heute noch in der Schweiz. Hideki Hosokawa und Yoji Fujimoto in Italien, Mioru Kanetsuka in Großbritannien und in den Niederlanden. Juo Iwamoto lebt und unterrichtet in Österreich. Yasunari Kitaura in Spanien und Toshikazu Ichimura in Schweden und Finnland. Auch in den ehemaligen Ostblockländern und in afrikanischen Ländern wird heute Aikido betrieben. So hat Aikido von 1951 bis heute einen sensationellen Aufschwung erlebt und wird nun in der ganzen Welt gelehrt.