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MZ-Presse: "Man darf nie vergessen, wo man herkommt"

29.06.2010 10:20 Alter: 7 Jahre
Kategorie: Handball, Hauptverein

Von: Andrea Opitz - Marbacher Zeitung

Wenn der Profi vom VfL Gummersbach ins Bottwartal reist, gehört das gemeinsame Training mit den Handballern des Württembergligisten SKV Oberstenfeld zum Pflichtprogramm.

So auch am vergangenen Donnerstagabend. Das Sportprogramm mit seinen früheren Teamkollegen, der ersten Herrenmannschaft, genießt Adrian "Adi" Pfahl sichtlich. Die schweißtreibende Joggingrunde absolviert er genauso mit einem Lächeln im Gesicht, wie das anschließende Fußballmatch und das Krafttraining.

Anstrengende und aufreibende Wochen liegen hinter Adrian Pfahl. Erst holte er mit dem VfL seinen zweiten Europacuptitel in Folge, dann erreichte er mit dem Team von Sead Hasanefendic einen ausgezeichneten fünften Platz in der Handball-Bundesliga, und dann streifte er beim All-Star-Game zum ersten mal das Trikot der Deutschen A-Nationalmannschaft über. Den Lohn für einen tolle Saison bescherte ihm auch noch eine Nominierung ins Nationalteam zu den beiden Qualifikationsspielen gegen Griechenland für die Handball WM 2011, bei denen er in beiden Spielen eingesetzt wurde und insgesamt vier Treffer erzielte. Nach dem 25:20 gegen Griechenland im Hinspiel erreichte das Team von Heiner Brand im Rückspiel ein 27:20-Sieg und löste somit das Ticket für die Handball 2011 in Schweden.

Nach all den schillernden Momenten, kehrt langsam wieder Ruhe ein beim Überflieger. Einen Abstecher nach Oberstenfeld machte er deshalb. Und siehe da: Das Donnerstagabend-Training läuft genauso ab wie üblich. Ein Sonderprogramm erwartet Pfahl nicht. "Ich möchte nicht im Vordergrund stehen", betont er. Mit den SKV-Handballern zu trainieren, sieht der Profi als Spaß und Abwechslung an. Die Kameradschaftspflege liegt dem 27-Jährigen sehr am Herzen. "Man darf nie vergessen, wo man herkommt", betont der Berufssportler und sagt: "Ich habe dem SKV viel zu verdanken." Mit seiner Heimat, dem Bottwartal, sei er tief verwurzelt. Jedes freie Wochenende reist er deshalb ins Ländle. Und wenn die Profis Trainingspause haben, schließt er sich seinen früheren Teamkollegen zum Sport treiben an.

Als Exoten oder Fremdling sehen ihn seine Handballkameraden freilich nicht. Denn Adrian Pfahl gehört zu ihnen. Ganz selbstverständlich nehmen die Männer ihn in ihrer Mitte auf. Tipps zur Spieltechnik gibt der Profi allerdings nur ungerne. "Ich möchte dem Trainer nicht ins Handwerk pfuschen und mache das, was er sagt." Dass sich ein ehemaliger SKV-Spieler seinen Weg bis ganz nach oben in die Nationalmannschaft bahnt, ist eine absolute Seltenheit. Umso mehr freut sich der Trainer der ersten Herrenmannschaft, Jörg Ruben, über den Besuch. "Er gehört einfach hierher", betont der Coach. "Adrian ist ein Kind Oberstenfelds." Auch für die A-Jugend-Spieler, die gemeinsam mit der Herrenmannschaft trainieren, sei das Training mit dem Profi eine "tolle Sache".

Als "sehr motivierend" empfindet der Jugendspieler Valentin Deseife die Trainingsstunde. Er sei stolz darauf, gemeinsam mit Pfahl zu trainieren, sagt der 18-Jährige. Von der Wurftechnik und der Dynamik des Profis ist der A-Jugend-Spieler jedenfalls begeistert. Vor dem Training habe er sich einige Spielszenen mit Adrian Pfahl auf Video angeschaut. Es komme zwar ab und zu vor, dass ein Bundesligist mit trainiere, die Erfolgsgeschichte des Nationalspielers sieht Valentin Deseife jedoch als etwas ganz Besonderes an.

Unter Heiner Brand in der Nationalmannschaft zu spielen, sei phantastisch und das "Sahnehäubchen" seiner Karriere, erzählt Adrian Pfahl und sagt: "Ein Traum ist in Erfüllung gegangen."