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MZ-Presse: „Die Stimmung war so gut wie noch nie“

30.01.2013 13:30 Alter: 5 Jahre
Kategorie: Handball, Handballturnier, Hauptverein

Von: Lars Lauke - Marbacher Zeitung

Oberstenfeld - Die Eindrücke von der Handball-Weltmeisterschaft in Spanien sind für Adrian Pfahl noch ganz frisch. Erst seit kurzem ist der frühere Oberstenfelder wieder in Deutschland, nur wenige Tage zurück liegt das Ausscheiden im Viertelfinale gegen den Gastgeber und späteren Weltmeister Spanien. Noch fällt es ihm schwer zu sagen, was größer ist: Die Freude über das gute Abschneiden seiner Mannschaft, dass dem DHB-Team im Vorfeld nur wenige zugetraut hatten, oder die Enttäuschung über die Niederlage: „Es ist schon schade, dass uns die Überraschung gegen Spanien nicht gelungen ist. Wir haben in der ersten Halbzeit toll gespielt, diese Leistung aber nicht bis zum Ende durchhalten können. Wir hatten einiges vor, stehen nun aber mit leeren Händen da.“ Das weinende Auge scheint derzeit etwas größer zu sein.

Dabei wird der Einzug ins Viertelfinale – der erste bei einem großen Turnier seit dem WM-Titel im eigenen Land 2007 – allgemein als großer Erfolg betrachtet. Nicht viele außerhalb der Mannschaft hatten ernsthaft damit gerechnet. Intern sah das aber anders aus. „Wir wussten, dass wir eine klasse Truppe haben. Und das haben wir ja auch gezeigt, selbst bei der Niederlage gegen Tunesien in der Vorrunde. Da hatten wir lediglich ein paar unglückliche Momente. Daher hatten wir uns schon das Viertelfinale ausgerechnet“, sagt Pfahl.

Und der Linkshänder weiß auch, warum das Team, das außer Torwart Silvio Heinevetter keinen Spieler in den Reihen hat, dem allgemein das Prädikat „Weltklasse“ attestiert wird, so gut funktioniert hat: „Zum einen hatten wir natürlich keinen großen Druck, weil niemand viel von uns erwartet hat. Vor allem aber war die Stimmung innerhalb der Mannschaft so gut, wie noch nie, seit ich dabei bin. Die Mischung zwischen den neuen Spielern und den erfahrenen hat einfach gepasst. Keiner hat mehr gezählt, jede Stimme hatte gleich viel Gewicht, egal ob nun von einem mit zehn Länderspielen oder einem mit hundert.“ Wobei Pfahl damit nicht sagen will, dass die Stimmung innerhalb des Teams zuvor schlecht gewesen sei. Diesmal sei sie einfach nur besonders gut gewesen. Dazu habe übrigens auch der Zuspruch aus der Heimat beigetragen. „Wir haben ja mitbekommen, dass da zum Teil fünf Millionen Leute vor dem Fernseher saßen. Das hat natürlich zusätzlich motiviert“, sagt der 30-Jährige.

Voll motiviert geht er nun auch in die restliche Saison der Bundesliga. Denn mit dem VfL Gummersbach steht Pfahl derzeit alles andere als gut da: Als 15. liegt der VfL nur einen Platz vom Abstieg entfernt und hat gegenüber dem 16., dem TV Neuhausen, lediglich das bessere Torverhältnis. Nun könnte Adrian Pfahl das ja im Grunde genommen herzlich egal sein, wechselt er doch nach der Saison zum HSV Hamburg. Doch solche Gedanken weist er weit von sich: „Ich hatte fünf wunderschöne Jahre hier in Gummersbach und möchte das anständig zu Ende bringen. Ich will nicht als Absteiger nach Hamburg wechseln.“

Wobei auch in Hamburg derzeit nicht alles so rund läuft wie gewohnt. Die Mannschaft – 2011 noch Deutscher Meister – steht momentan auf Platz sechs und wäre damit nicht für die Champions League qualifiziert. Doch das bereitet Adrian Pfahl derzeit keinerlei Sorgen: „Von welchen Problemen reden wir hier? Da geht es um die Frage Champions League oder EHF-Pokal. In Gummersbach geht es um die Existenz.“ In Pfahls Augen ist und bleibt der HSV eine der weltbesten Mannschaften „und ich bin sehr gespannt auf die neue Aufgabe. Das ist für mich jetzt die letzte Stufe in meiner Karriere.“ Die Vorbereitungen für den Wechsel laufen parallel auch schon: „Wir schauen uns bereits auf dem Wohnungsmarkt um. Allerdings ist das nicht ganz so einfach auf diese Entfernung. Wir müssen dann immer mehrere Besichtigungstermine haben, damit sich die Fahrt lohnt“, erklärt der zweifache Familienvater, der den Kontakt zu seinem Heimatverein vor allem durch seinen Vater hält: „Er berichtet mir immer, wie es so läuft beim SKV. Allerdings war ich jetzt schon länger nicht mehr in der Halle. Eigentlich versuche ich, immer mal vorbeizuschauen, wenn wir Pause haben.“

Dafür schauen die SKVler immer wieder vorbei, wenn „ihr Adi“ mal in der Nähe spielt. Wie zum Beispiel beim WM-Vorbereitungsspiel in der Porsche-Arena gegen Rumänien. „Das ist immer schön, wenn ein paar Oberstenfelder auf der Tribüne sind“, freut sich Pfahl über solche Momente. Und mit etwas Abstand wird er sich bestimmt auch über das Viertelfinale bei der WM in Spanien noch richtig freuen können.