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4.9.2010 | 10:55

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MZ-Presse:"Eine Handballgröße zu bezwingen motiviert"

08.06.2010 09:49 Alter: 88 Tage
Kategorie: Handball, Hauptverein, Jugend

Von: Melanie Reh - Marbacher Zeitung

Sogar die Bundesligaprofis kommen beim Handball-Jugendcamp ins Schwitzen.

"Frisch auf, Göppingen!", kreischen die 51 Nachwuchs-Handballer in der Oberstenfelder Sporthalle "In den Bäderwiesen". Nicht zur Anfeuerung, sondern als Dankeschön an die Trainingseinheit mit den drei Profispielern Tim Kneule, Michael Thiede und Enid Tahirovic.

Gute eineinhalb Stunden hatten die Bundesligaspieler mit den Sechs- bis 14-Jährigen am Sonntagvormittag im Rahmen des Intersport-Trainingscamps trainiert. Und zwar richtig intensiv. So intensiv, dass den Berufssportlern der Schweiß im Gesicht perlte. Linksaußen Tim Kneule präsentierte nach der Verabschiedung lachend sein Trikot: "Hier, das ist vollkommen durchgeschwitzt. Das kann man auswringen", sagte der 23-Jährige. Torhüter Enid Tahirovic stützte sich gar sichtlich geplättet an der Hallenwand ab. "Haha, an den einen Ball bist du wirklich nicht rangekommen", ärgerte ihn Michael Thiede auch noch schadenfroh und gab nebenher locker ein paar Autogramme. Der Zwei-Meter-Riese von dem Trio aus Göppingen machte noch den fittesten Eindruck, gab aber zu: "Drei gegen 51 Kinder ist schon unfair und anstrengend." Dennoch habe die Trainingseinheit allen Dreien richtig Freude bereitet. "Mit Kindern macht das immer Spaß", bestätigte Kneule.

So viel Freude, das Thiede sich sogar noch einmal freiwillig in das Tor kniete. Stehend wäre der Rückraumspieler für die jüngsten Nachwuchsspieler nämlich nicht zu überwinden gewesen. Aber auch kniend war Thiede noch einige Zentimeter größer als die Allerkleinsten. Die Motivation, die "Handballgröße" zu bezwingen, war somit ungemein hoch. Rechts und links donnerten die Bälle nur so an ihm vorbei. "Zur Motivation waren wir schließlich hier", begründete Thiede, bevor er sich mit seinen Teamkollegen endgültig verabschiedete.

Als ein riesiges Erlebnis für die Kids, beschrieb auch Jugendkoordinator Alexander Schmid den Höhepunkt des Trainingscamps. Wenn die Stars kommen, ist der Nachwuchs eben mit noch mehr Ansporn dabei. Aber auch an den drei vorangegangenen Tagen ist beim Trainingscamp hart trainiert worden. "Täglich rund fünf Stunden", bestätigte Schmid. Fangspiele mit Kräftigungsübungen, Koordinationsmanöver, Übungen zum Passspiel und viele weitere wichtige Bereiche wurden in den vier Tagen abgedeckt. Natürlich alles unter dem Aspekt, dass es den Jugendlichen Spaß macht. "Die sollen Freude am Handballspiel haben und im nächsten Jahr wieder kommen wollen", erklärte Schmid.

Mit 51 Kindern war das Trainingscamp bereits in diesem Jahr allerdings völlig ausgebucht. Aus Großbottwar, Beilstein, Backnang und sogar Böblingen war der Nachwuchs in die Bäderwiesen gereist. "So soll es sein", freute sich Intersport-Campleiter Jens Pitlinski, von allen nur Pitti genannt. Pitlinski hatte mit den Trainern aus Oberstenfeld das Programm für die vier Tage ausgearbeitet und wurde für die Kids schnell zum Leitwolf im Camp. Stand Pitti in den vier Tagen ausnahmsweise nicht schreiend, sondern ruhend am Hallenrand, so kamen nach kürzester Zeit ein paar eifrige zukünftige Handballer und zupften am Trikot: "Pitti, was machen wir als nächstes?" Bei dieser Frage zeigte sich der Campleiter äußerst erleichtert: "Wenn·s so läuft, ist mein Konzept , den Nachwuchs individuell zu fordern und zu fördern, bei den Kids angekommen." So wird das Trainingscamp wohl auch im nächsten Jahr wieder auf großen Anklang stoßen.