Sie sind hier: Home > News
DeutschEnglishFrancais
23.5.2012 | 9:41

News

MZ-Presse: "Es ist eine große Ehre für mich, dabei zu sein"

14.01.2011 12:23 Alter: 1 Jahre
Kategorie: Handball, Hauptverein

Von: Julia Spors - Marbacher Zeitung

Viel Zeit zum Nachdenken hat Adrian Pfahl in den vergangenen Tagen nicht gehabt. Dafür war der deutsche Handball-Nationalspieler zu viel unterwegs.

Erst stand mit dem DHB-Team kurz nach Neujahr in Hamburg ein Testspiel gegen Schweden an, danach ging es zur WM-Generalprobe nach Reykjavik (Island), und gestern hob bereits der Flieger nach Kopenhagen ab. Von dort aus reiste die deutsche Nationalmannschaft noch am Vormittag in ihr Quartier nach Schweden. Heute Abend steht nun in Lund das erste Gruppenspiel der WM an. Gegner ist Ägypten, eine Mannschaft mit einer "aggressiven 3-2-1-Deckung", wie Adrian Pfahl sagt.

Andere würden dieses Länder-Hopping wohl als Stress bezeichnen, Adrian Pfahl tut das nicht. "Es ist eine große Ehre für mich, da dabei sein zu dürfen", sagt er. Denn: Erst vor einem halben Jahr war er im Alter von 27 Jahren in die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand berufen worden. Damit ist ein Traum in Erfüllung gegangen für den ehemaligen Spieler des SKV Oberstenfeld. Nun will er sich den nächsten erfüllen. Und der lautet: "erfolgreich in der Nationalmannschaft zu sein." Auf einem guten Weg dahin ist er, denn in den vergangenen Monaten hat er sich gut präsentiert. "Ich fühle mich wohl in dem Team und kann deshalb gute Leistungen bringen", erklärt der frischgebackene zweifache Papa. In neun Spielen traf er 30 Mal. Doch jetzt bei der WM in Schweden will sich der Mann im rechten Rückraum richtig beweisen. "Ich hoffe, ich kann mich noch steigern", sagt der 28-Jährige, der in der Liga für den VfL Gummersbach auf Torejagd geht. Mit Holger Glandorf hat er jedoch einen starken Konkurrenten auf seiner Position. "Ich hoffe, dass wir uns die Position gut teilen, denn ich möchte in jedem Spiel meinen Beitrag leisten", macht Pfahl vor den Gruppenspielen klar.

Die haben es übrigens ganz schön in sich, tummeln sich doch die Favoriten Spanien und Frankreich mit Deutschland in der Gruppe A. "Bei dieser schweren Vorrunde muss man realistisch bleiben und auch wenn es altgebacken klingt: von Spiel zu Spiel schauen", sagt Pfahl und fügt an: "Wichtig ist erstmal, dass wir einen guten Start in das Turnier erwischen, denn meist tut man sich ja am Anfang schwer." Schwer tun wollen sich die Deutschen nicht, vielmehr einfache Tore werfen. "Unsere große Stärke ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Darüber müssen wir kommen, denn wir haben nicht wie die Franzosen die Superstars im Team", weiß der Handballer, der sich wahnsinnig auf seine erste WM freut. "Es kribbelt bereits", verrät er und sagt: "So ein Turnier ist einfach das Schönste für einen Sportler. Da kann man den ersten Auftritt kaum abwarten." Nervös ist aber nicht nur er, sondern auch Frau Jenny, die von Gummersbach aus alles verfolgen und nebenbei den Umzug in die neue Wohnung der Klein-Familie organisieren wird. Beobachten, wie sich Adrian Pfahl in Schweden schlägt, wird aber nicht nur sie. Auch die alten Freunde aus Oberstenfeld sowie die Eltern freuen sich auf die Auftritte des Linkshänders.

"Meine Kumpels aus Oberstenfeld haben mir schon alle Glück gewünscht und mein Bruder, der in Zürich lebt, hat alle Freunde zum Public Viewing eingeladen", erzählt Pfahl stolz. So etwas ist neu für ihn. 2007 verfolgte er die WM selbst noch über Großleinwand - zusammen mit Frau Jenny in Kaarst. Jetzt steckt er mittendrin, erlebt das Feeling hautnah. "Nun muss ich nur noch einen kühlen Kopf bewahren", sagt er. Aber Zeit zum Nachdenken hat Adrian Pfahl derzeit ja sowieso nicht.

Quelle: www.marbacher-zeitung.de
Bild: Marcus Brandt