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23.5.2012 | 16:57

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MZ-Presse:"Mir wird in Flein viel durch den Kopf gehen"

06.05.2011 15:35 Alter: 1 Jahre
Kategorie: Hauptverein, Männer 1

Von: Tanja Fies - Marbacher Zeitung

Nach 14 Jahren im Trikot des SKV Oberstenfeld hängt Michael Trefz seine Handballschuhe an den Nagel.

Vor seinem letzten Spiel für die Grün-Weißen am Sonntag (17 Uhr) im Handball-Württembergliga-Derby beim TV Flein hat der Kreisläufer mit Tanja Fies über Höhen und Tiefen seiner Karriere gesprochen und einen Blick in die Zukunft gewagt.

Was sind die Gründe für Deinen Entschluss, die Handballschuhe nach fast anderthalb Jahrzehnten beim SKV Oberstenfeld nun an den Nagel zu hängen?

Das ist aber gleich eine schwierige Frage zum Einstieg (lacht). Ich denke, das eine oder andere Mal werde ich die Handballschuhe wohl schon noch schnüren, vielleicht in der zweiten Mannschaft oder bei den Alten Herren. Aber 14 Jahre sind einfach eine lange Zeit, der Körper tut hier und da auch ein bisschen weh, und die Jugend drückt langsam aber sicher einfach von unten nach. Und das ist ja auch gut so.

Deine Handballkarriere hat in der Jugend des TSG Steinheim begonnen. Wie bist Du danach zum SKV gekommen?

Mit 15 habe ich vom TSG Steinheim in die A-Jugend des TSG Oßweil gewechselt, um in der Oberliga spielen zu können. Dort habe ich unter anderem zusammen mit Axel Kromer, der später beim VfL Pfullingen in der Bundesliga dabei war, um die württembergische Meisterschaft gespielt. Nach meiner Zeit in Oßweil habe ich ein Jahr in Neckarsulm in der Oberliga gespielt, bevor ich nach diesem kurzen Gastspiel 1997 auf Norbert Bütners und Franz Wereschs Drängen hin zum SKV Oberstenfeld gekommen bin.

Du hast mit dem SKV Oberstenfeld unter anderem auch in der Regionalliga um Punkte gekämpft. Welche Höhen und Tiefen hast Du in 14 Jahren erlebt?

In meinen ersten drei Jahren beim SKV ging es sportlich ganz steil nach oben. 1997 bin ich mit dem SKV in die württembergische Oberliga aufgestiegen und war württembergischer Pokalsieger. Eine Saison später waren wir württembergischer Meister und haben den Aufstieg in die Regionalliga Süd perfekt gemacht. Danach haben wir auch den Klassenerhalt in der Regionalliga geschafft, und das alles drei Jahre lang als geschlossene Einheit und mit ein und derselben Truppe. Damals waren es noch zwölf Spieler und zugleich zwölf Freunde, zu denen ich noch heute eine enge Verbindung habe. Die schönen Jahre waren aber nicht nur die, in denen wir oben mitgespielt haben. Eine tolle Saison habe ich auch 2008/2009 erlebt, als die Mannschaft aus der Oberliga zurückgezogen wurde und wir ein Jahr lang in der Bezirksliga an den Start gingen. Es hat einfach riesig Spaß gemacht, zusammen mit den jungen Buben und Ur-SKVlern zu spielen. Und auch die Jahre, in denen sich der SKV auf sportlicher Talfahrt befand, hat man gemeinsam durchgestanden.

Du hast beim SKV auch mit Handball-Größen wie dem ehemaligen russischen Nationalspieler Vladimir Petrov zusammen auf dem Feld gestanden. Welcher Spielerkollege und welcher Trainer haben Dich Deiner Ansicht nach am meisten geprägt?

Vladimir Petrov war immer mein Zimmerkollege und hat mich Jungspund nach alter russischer Tradition dauernd seine Sporttasche tragen lassen (lacht). Nein, im Ernst, sportlich gesehen hat er mich gewissermaßen an die Hand genommen und mir sehr viel beigebracht. Von ihm habe ich etliche Tricks und Kniffe gelernt. Als Trainer habe ich Ralf Selcho immer für sein taktisches Vermögen und seine Spielintelligenz bewundert. Außerdem Rolf Fischer für seine soziale Kompetenz, seine Bodenständigkeit und seine klare Sicht der Dinge in Sachen Handball.

Im Jahr 2006 stand Deine Handball-Karriere auf der Kippe, und Du hast Deine sportlich schwerste Zeit erlebt. Trotzdem hast Du Dich wieder herangekämpft.

Ja, in der Saison 2006/2007 musste ich nach sehr langer Spielpause wieder den kompletten Anschluss in Sachen körperlicher Fitness und Spielmotorik finden. Auch im koordinativen Bereich habe ich mehr oder weniger bei null anfangen müssen. Bis heute ist es mir auch nicht vollständig gelungen, die gewohnte sportliche Leistungsfähigkeit wieder zu erlangen.

Hattest Du nie den Wunsch, Dein Glück noch einmal bei einem anderen Verein zu versuchen?

Die Verbundenheit und Freundschaft zur SKV-Familie ist und war immer sehr groß, und die sportlichen Erfolge waren ja auch meistens da. Der Verein und dessen Verantwortliche haben mir die Chance geboten, eine tolle und erfolgreiche Handballzeit zu erleben. Diese Tatsache hat bei so mancher Anfrage oder Überlegung hinsichtlich eines Vereinswechsels immer eine große Rolle gespielt.

Das bedeutet also, Du bleibst dem SKV Oberstenfeld auch weiterhin treu?

Definitiv. Ich werde mich weiterhin im Vereinsumfeld als fleißige Hand engagieren und irgendwann eventuell im Trainerbereich einsteigen.

Am Sonntag tritt der SKV zum letzten Württembergliga-Saisonspiel beim TV Flein an. Mit welchen Gefühlen fährst Du zu Deinem letzten Auftritt im grün-weißen Trikot der ersten Herrenmannschaft?

Wahrscheinlich werden mir auf der Anreise viele Erlebnisse und Spielmomente der vergangenen Jahre durch den Kopf gehen. Es ist schon ein komisches Gefühl, noch einmal vor großer Kulisse - immerhin ist es ein Derby - aufzulaufen und zu wissen, das endet jetzt. Aber wer weiß - vielleicht geht irgendwann einmal ein Türchen auf, wenn man mich noch einmal als Notnagel braucht (lacht).