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19.11.2017 | 4:17

Geschichte des SKV Oberstenfeld

Der SKV - ein Verein für die ganze Familie

Das Vereinsleben des im Jahre 1912 gegründeten Turnvereins Oberstenfeld ist in den Jahren des zweiten Weltkriegs völlig zum Erliegen gekommen. Die vereinseigene Sporthalle war noch vor dem Krieg an die Gemeinde abgegeben worden.

Nach dem Krieg war ein Fortbestand der Turnabteilungen mangels bestehender Übungsmöglichkeiten (Turnhalle fehlte) nicht mehr möglich. Trotzdem trafen sich 1946 einige Anhänger des Sports, auch aus dem Vorkriegs-Turnverein, um Sport zu treiben. Da der Handballsport ohne größere Umstände auch im Freien auf einer Wiese möglich war, fanden sich bald Freunde dieser Sportart zusammen.

1946 wurde dann von Otto Fleischmann der SV Oberstenfeld als Sportverein auf dem Amtsgericht eingetragen. Er war mit den Männern der ersten Stunde, Ernst Nesper und als 1. Vorstand Kurt Mayer, Mitbegründer des SKV Oberstenfeld. Insgesamt  43 Personen waren zum Beginn als Mitglieder eingetragen.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit hatten die Vereinsführung und die aktiven Sportler mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, und es mußten viele persönliche Opfer gebracht werden, um den Verein lebensfähig zu erhalten und die Ausübung des Handballsports zu ermöglichen. So mußten z. B. Lebensmittel angeboten werden, um Sportkleidung und Bälle zu erhalten.

Trotz aller Hindernisse wurde schon 1946/47 der Spielbetrieb mit einer 1., einer A- und einer C-Jugend-Mannschaft aufgenommen. Erschwerend kam noch hinzu, daß der Sport seinerzeit in der Gesellschaft noch nicht die Rolle spielte wie in der heutigen Zeit, was sich z. B. auch daran zeigte, daß die Vereinsführung ernst nach monatelangen zähen Verhandlungen erreichte, daß der Gemeinderat 1947 der Überlassung einer Wiese beim Schafhaus als Sportplatz zustimmte.

Im Jahre 1947 wurde auch eine Fußball-Abteilung  gegründet, welche in unserem Verein jedoch nur eine kurzes Gastspiel gab und 1951 wieder aufgelöst wurde.

Ein Beweis dafür, daß die Vereinsführung und die Vereinsanhänger trotzt vielerlei Hemmnisse in der unmittelbaren Nachkriegszeit nicht resignierten, sind die Veranstaltungen, welche der Verein schon vor der Währungsreform durchführte. So wurde bereits im Jahre 1946 im überfüllten Saal im Gasthaus Ochsen eine Weihnachtsfeier abgehalten. Im Jahre 1947 fand schon eine Faschingsveranstaltung statt und es wurden Ausflugsfahrten der Handball- und Fußballabteilung  mit LKW und Holzvergaser-Bussen durchgeführt.

Nach einer Krise in den Jahren 1948/49 gelang es zu Beginn der 50er-Jahre durch große Anstrengungen, das Vereinsleben zu festigen, die finanzielle Lage zu verbessern und auch auf dem sportlichen Sektor war eine stetige Aufwärtsentwicklung  zu verzeichnen. In diesen Jahren zeigte sich auch, daß die zu einem Sportplatz umfunktionierte Wiese beim Schafhaus nicht mehr den Erfordernissen entsprach. Diese Tatsache wurde auch von der Gemeinde anerkannt und im Jahre 1953 beschloß der Gemeinderat bei Stimmengleichheit durch Stichentscheid des seinerzeit neu gewählten Bürgermeisters Manfred Läpple die Anlegung eines ordnungsgemäßen Sportplatzes in den Bäderwiesen.

Ab dem Jahre 1955 hatte der Verein erstmals die Gelegenheit, durch die Benutzung des Gymnastikraumes in der neuerbauten Schule im Winter Übungsabende abzuhalten. Dies brachte einen Aufschwung in der Jugendarbeit und schlug sich auch in der Gründung einer Damenriege und von Kinderturn-Gruppen nieder.

Im Jahre 1956 schlossen sich der Sportverein und der Gesangverein Liederkranz zum SKV Oberstenfeld  zusammen, welches gemeinsam mit der Einweihung des neuen Sportplatzes mit einem großen dreitägigen Fest gefeiert wurde. Dieser Zusammenschluß konnte aber nicht den sich abzeichnenden Abwärtstrend in der Abteilung Sport, der vor allem durch ein Nachlassen der Spielstärke der Handballer hervorgerufen wurde, aufhalten.

Ein Tiefstand war Ende der 50er, Anfang der 60er-Jahre erreicht. Der Verein konnte in dieser Zeit nur hin und wieder durch Erfolge seiner damals sehr gut betreuten Handball - Jugendmannschaften auf sich aufmerksam machen.Durch die zunehmende Spielstärke der Handballer ab dem Jahre 1963 und dadurch, daß sich auch die junge Generation vermehrt für den Verein engagierte, bahnte sich im Vereinsleben ein ungeahnter Aufschwung an. Dieser Aufschwung wurde durch die 1964 eingeweihte Gemeindehalle nochmals beschleunigt.

Im Sog neuer Trainingsmöglichkeiten  siedelten sich in Oberstenfeld neue Sportarten und damit neue Abteilungen an. Zunächst etablierte sich eine Frauen-Gymnastik und im darauffolgenden Jahr 1965 eine Tischtennis-Abteilung.

War der Sport im SKV Oberstenfeld bisher fast ausschließlich eindeutig vom Handball geprägt, änderte sich dieses im Verlauf der folgenden Jahre.  Mit der Gründung der Judo - Abteilung im Jahre 1968 kam erstmals eine gänzlich neue Sportart ins Angebot. 

Mit der Einweihung der neuen Sportanlagen mit Kunststoff-Kleinspielfeld vom 11. - 14.6.1971 wurde eine neue Ära eingeläutet. Endlich konnte man nahezu bei jedem Wetter im Freien Sport betreiben.

Außerdem war man nun in der Lage, 1974 das erste internationale Handball-Pfingstturnier zu veranstalten.Seither (mit einer 1-jährigen Unterbrechung) jedes Jahr veranstaltet, wurde dieses Turnier nicht nur für die aktiven Sportler, sondern auch für die Einwohner in Oberstenfeld ein wichtiger Termin im Jahreskalender. Während der 4 Veranstaltungstage herrschte im ganzen Sportplatzbereich und rund um die Gemeindehalle reges Treiben. Ob Rummel und Fahrbetriebe auf dem Parkplatz vor der Gemeindehalle oder leckere Speisen und Getränke im Festzelt, für alles ist gesorgt. Für manchen Jugendlichen, mit großer Wahrscheinlichkeit auch für viele Erwachsenen, ist dieses Begleitprogramm für „Leib und Seele“  wichtiger als das sportliche Programm. Das Teilnehmerfeld wuchs von Jahr zu Jahr, und das Turnier stellte in recht kurzer Zeit einen wichtigen Eckpfeiler der gesamten Vereinsfinanzierung dar.

Leider wird es in der heutigen Zeit immer schwieriger, eine Veranstaltung dieser Größenordnung durchzuführen. Schärfere Gesetzesauflagen, dichte Bebauung rund um das Sportgelände und Schwierigkeiten die erforderliche Anzahl freiwilliger Helfer zu finden, bereiten den Organisatoren erhebliche Sorgen. Auch im sportlichen Bereich gelangten wir bald an die Grenzen des Machbaren. Durch die ständig steigenden Mitgliederzahlen und das umfangreichere Sportangebot platzte die Gemeindehalle aus allen Nähten. Der  Wunsch nach einer neuen, funktionsgerechten Sporthalle wurde immer größer.

Endlich, im August 1976, war es dann soweit. Die Gemeinde übergab eine für DM 2,7 Millionen neu erbaute Sporthalle.  Die 3fach teilbare  Halle und die Zuschauertribüne machte sowohl den Trainings als auch den Spielbetrieb wesentlich flexibler. Die Folge war, daß die Handballabteilung zu einem sportlichen Höhenflug bis hin zu Württembergischen Meisterschaften und dem Süddeutschem Pokalsieg  ansetzte. Das Geld war gut investiert.

Durch das erweiterte Platzangebot war nun auch wieder die Chance vorhanden, neue Abteilungen aufzunehmen. 1977 konnte sich deshalb eine Jedermann-Abteilung gründen.  Dem veränderten Freizeitverhalten wurde Rechnung getragen und ohne den Druck des Wettbewerbes konnte neben dem Üblichen neue Sportarten wie Volleyball, Badminton und auch Wirbelsäulen-Gymnastik angeboten werden.

1979 mußten sich die seit 1956 im SKV vereinigten Abteilungen Sport und Gesang aus finanztechnischen Gründen trennen. Der "Sportverein" behielt den Namen SKV, während der Gesangsverein  wieder die Bezeichnung "Liederkranz" übernahm.

Die Gesundheit stand ganz im Vordergrund als 1981 zum ersten Mal im Bottwartal eine Koronar-Abteilung  entstand.

1983 folgte dann die Gründung einer Jazz-Tanzgruppe und 1991, in der neu erbauten Schulsporthalle ein Mutter-Kind-Turngruppe. Der Spannungsbogen zwischen Kinder-, Jugend- und Senioren– Sport sowie Breiten-, Gesundheits- und Leistungssport machen auch die Vielfalt eines modernen Sportvereins deutlich.

Im SKV sollen sowohl der Leistungssport als auch der Breiten- und Gesundheitssport, der in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt, einen angemessenen Platz haben. Dokumentiert wird dies einmal durch die sportlichen Erfolge und zum anderen durch die Verleihung des Pluspunkts Gesundheit des Deutschen Turnerbundes 2007 (Kursangebot Psychomotorik für Kinder) und 2008 (Fitnessangebote).

Seit dem 50-jährigen Jubiläum im Jahr 1996 ist der Oberstenfelder Ortslauf ein fester Bestandteil unseres Veranstaltungsprogramms.

Tradition seit Jahrzehnten ist die alljährliche SKV-Jahresfeier, die von den Abteilungen gestaltet wird, und immer für ein voll besetztes Bürgerhaus sorgt.

Am Bottwartal-Marathon, der seit 2004 durchgeführt wird und über 4.500 Läuferinnen und Läufer ins Bottwartal lockt, ist der SKV neben den anderen Sportvereinen des Bottwartals ebenfalls beteiligt.

Mit nahezu 1300 Mitgliedern waren Ende 1995 auch die räumlichen Anforderungen bei der Verwaltungsarbeit gestiegen. 1995 ging endlich ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. Im neu umgebauten Bürgerhaus stellte die Gemeinde Oberstenfeld zu moderaten Bedingungen dem SKV Oberstenfeld ein Geschäftszimmer zur Verfügung.

Die Vielfalt der Aufgaben, welche uns als Sportverein in der Zukunft erwarten, wollen wir gerne erfüllen. Ob soziale oder mulikulturelle Eingliederung, die Erhaltung der Gesundheit,  Bindeglied zwischen jung und alt,  - all dies wird für unsere gleichermaßen eine Herausforderung wie auch Verpflichtung sein.

Vielen Dank den vielen Freunden, Gönnern und ehrenamtlichen Helfern für die mannigfaltigen und treuen Dienste in den letzten 50 Jahren. Dank auch an die Gemeinde, den Gemeinderäten und besonders dem 38 Jahre amtierenden Bürgermeister Manfred Läpple und seinem Nachfolger Reinhard Rosner, welche den SKV Oberstenfeld  immer unterstützt haben.