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MZ-Presse:"Ein großer Schritt in Richtung Württembergliga"
Der SKV Oberstenfeld gewinnt das Landesliga-Spitzenspiel in Neckarsulm mit 27:26 (13:12).

Nach der Schlusssirene brachen bei den Grün-Weißen alle Dämme. Freudenschreie erfüllten die Neckarsulmer Ballei, die SKV-Recken ballten die Fäuste und formierten sich zum Freudentanz. "Da sieht man, wie hoch Anspannung und Konzentration bei uns waren", erklärte Oberstenfelds Trainer Marc Grams mit heiserer Stimme unmittelbar nach der Schlusssirene. Mit dem 27:26-Erfolg beim Tabellendritten Neckarsulmer SU haben die Bottwartäler den vielleicht vorentscheidenden Schritt zum Aufstieg in die Handball-Württembergliga getan: Zum einen hat Neckarsulm nach der Niederlage drei Spieltage vor Saisonschluss vier Punkte Rückstand auf das Grams-Team, zum anderen kann der SKV am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen die SG Degmarn-Oedheim mit einem weiteren Erfolg auch den zweiten großen Konkurrenten distanzieren und hätte den Aufstieg dann selbst in der Hand.
Um zu dieser guten Ausgangslage zu kommen, mussten die Bottwartäler in der Ballei - auch unter den Augen des früheren Steinheimer Bürgermeisters und jetzigen Neckarsulmer Stadtoberhauptes Joachim Scholz - allerdings Schwerstarbeit verrichten. 150 Sekunden vor Schluss hatten nämlich die Gastgeber den psychologischen Vorteil auf ihrer Seite: In Unterzahl hatte der Tabellendritte durch zwei Treffer von Rückraum-Ass Clemens Borchhardt einen 24:25-Rückstand in eine 26:25-Führung verwandelt, nachdem Max Trampusch bei einem Konter den Ball völlig unbedrängt an die Latte geballert hatte. Doch nach einer Auszeit traf Andreas Maier zum 26:26-Ausgleich. 84 Sekunden vor Schluss nahm die Neckarsulmer SU ihre Auszeit - und verspielte dann ihren Vorteil: Clemens Borchhardt warf viel zu früh und unvorbereitet, und im Gegenzug machte Max Trampusch mit dem 27:26 für die Gäste seinen Fehler wieder wett. Der Tabellendritte kam zwar noch einmal zu einer Wurfchance durch Joachim Baum von Rechtsaußen, doch der scheiterte am Außenpfosten.
Nach ausgeglichener erster Hälfte hätten die Grün-Weißen bereits zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Vorentscheidung herbeiführen können: In doppelter Überzahl bauten sie die 13:12-Halbzeitführung auf 16:12 aus. Doch bis zur 38. Minute glichen die Gastgeber den Vier-Tore-Rückstand beim 18:18 wieder aus. "Wenn ich wüsste, warum uns das immer wieder passiert, wäre ich wahrscheinlich Bundesligatrainer", übte sich Marc Grams in Galgenhumor. Er brachte anschließend mit Nicolai Fasano den dritten Torhüter - nach Craig Tigges, der zu Beginn einige Paraden zeigte, und Heiko Busse, der wenig Fortune hatte. Fasano wurde mit seinen Paraden in der Schlussphase einer der Matchwinner für die Grün-Weißen. Sehr stark zeigte sich auch Manuel Koch im Rückraum, der trotz zeitweiser Manndeckung zehn Tore erzielte und sich bei vier Strafwürfen sehr nervenstark zeigte. "Es war ein schwer erarbeiteter Sieg, der aber weniger glücklich als der im Hinspiel war", meinte SKV-Coach Grams am Ende, "aber wir sagen nicht nein, wenn sich das Glück uns zuneigt."
SKV Oberstenfeld: Tigges, Busse, Fasano - Weiberle, Trefz, Trampusch (2), Kledzinski (1), Kruschhausen (1/1), Deiko (5), Maier (4), Koch (10/4), Brosi (n.e.), Dutenstädter, Schmid (4).





