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24.5.2012 | 4:35

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MZ-Presse: "SKV-Coach Rolf Fischer ist zurückgetreten"

02.12.2009 19:27 Alter: 2 Jahre
Kategorie: Hauptverein, Männer 1

Von: Julia Spors - Marbacher Zeitung

Die einen werden froh sein über diesen Schritt, andere werden ihn bedauern und einige wird er überraschen. Rolf Fischer ist diese Woche als Trainer der Landesliga-Handballer zurückgetreten. Wegen persönlicher und familiärer Gründe, wie der 52-Jährige sagt. Seit Wochen schon hätte er die Gedanken an einen Rücktritt mit sich herumgetragen, erklärt der Physiotherapeut auf Nachfrage. "Am Sonntag nach dem 24:19-Derbysieg gegen die HG Steinheim-Kleinbottwar war der Entschluss dann plötzlich ganz klar", berichtet der scheidende Trainer. Am Montag teilte er diesen der Vereinsführung mit, am Dienstag im Training seiner Mannschaft. Und die war erstmal überrascht.

"Damit haben wir nicht gerechnet", merkt Spieler Alexander Schmid am Mittwoch an. "Für Außenstehende ist der Schritt vielleicht überraschend, aber nicht für mich", macht indes Handball-Abteilungsleiter Armin Schmid klar, wird dann aber wortkarg: "Mehr kann ich dazu nicht sagen. Es war seine Entscheidung."

Fakt ist: Seit Wochen brodelt es beim SKV Oberstenfeld. Aus gut informierten Kreisen wurde immer wieder von Hetzkampagnen einzelner Personen gegen Rolf Fischer gesprochen. "Dass es im Verein immer welche gibt, die etwas zu meckern haben, ist normal", sagt Armin Schmid. Diese ärgerlichen Vorkomnisse jedoch für den Rücktritt verantwortlich machen, will niemand. Sie seien auch nicht der Grund, heißt es von allen Seiten. Jedoch würden sie einen Trainer, der sowieso schon an einen Abgang denkt, nicht gerade zum Bleiben animieren. "Es waren persönliche Gründe", lässt sich Fischer auch bei erneuter Nachfrage auf keine Diskussion ein. Vielmehr macht er deutlich, dass er nach wie vor an die Mannschaft glaubt: "Ich bin davon überzeugt, dass das Team in dieser Runde aufsteigen kann. Ich habe ihnen beim letzten Training auch noch einmal ins Gewissen geredet", sagt der Benninger.

Eineinhalb Jahre war er beim SKV, trainierte erst die Bezirksliga-Mannschaft und übernahm dann nach der Abmeldung des Württembergliga-Teams die neu formierte Landesliga-Mannschaft. "Das war eine schwierige Phase, aber ich denke, ich konnte den jungen Spielern eine Perspektive geben", so Fischer. Mehr noch: Er führte das Team in der laufenden Saison an die Tabellenspitze. Punktgleich steht der SKV derzeit mit der SG Degmarn/Oedheim ganz oben. Doch nicht nur deshalb, hat sich die Vereinsführung gewünscht, dass Fischer den Job weiterhin macht. "Wir hatten noch weitere Dinge vor und wollten ihn länger als Trainer bei uns behalten", erklärt Armin Schmid und sagt: "Es ist schade, dass es sich so entwickelt hat."

Eine kurzfristige Lösung hat das Team inzwischen gefunden. Das Donnerstag-Training wird Co-Trainer Oleg Deiko zusammen mit den Mannschaftsführern Michael Trefz und Max Trampusch leiten. Dort soll sich dann auch entscheiden, wer am Samstag in der Partie bei der SGBBMBietigheim III hinter der Bank stehen wird. "Oleg Deiko ist in erster Linie Spieler. Wir brauchen ihn auf dem Feld", erklärt Abteilungsleiter Schmid. Überstürzt will der Verein jetzt jedenfalls nicht handeln. Denn erstens habe man niemanden in der Hinterhand und zweitens hätte man in der Winterpause genügend Zeit, sich Gedanken über die Fischer-Nachfolge zu machen. "Da muss man jetzt nichts übereeilen", sagt Armin Schmid und macht immer wieder deutlich, wie schade der Rücktritt für den Verein ist. Doch auch dem scheidenen Trainer ist dieser Schritt nicht leicht gefallen: "Die jungen Spieler sind mir sehr ans Herz gewachsen. Da tut es schon weh, jetzt zu gehen. Zumal wir bislang alles gut hingekriegt haben."