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MZ-Presse: "Die zwei Kenianer laufen dem Restfeld davon"

19.07.2011 00:01 Alter: 6 Jahre
Kategorie: Handball, Hauptverein, Ortslauf

Von: Andreas Hennings - Marbacher Zeitung

Es ist Sommer. Es ist heiß. Es ist der Oberstenfelder Ortslauf." Mit diesen Worten stimmte Organisator Werner Neumann die Starter des Zehn-Kilometer-Laufes auf ihre zu bewältigende Distanz ein. Es könnte eines der letzten Male der Fall gewesen sein, dass in Oberstenfeld ein Startschuss für Läufer ertönt. Nur rund 400 Athleten waren am Samstag bei hitzigen Temperaturen gekommen, um an einem der fünf verschiedenen Läufe des 16. Ortslaufes teilzunehmen. "Leider eine deprimierende Zahl", zeigte sich Neumann enttäuscht, allerdings sei es "für die längeren Distanzen auch zu warm" gewesen.

Was sich bereits bei der niedrigen Zahl der Voranmeldungen angedeutet hatte, bewahrheitete sich am Samstag: Die Teilnehmerzahl bei dieser Veranstaltung wird von Jahr zu Jahr kleiner. "Wir sind dieses Mal noch mit einem blauen Auge davon gekom-men. Es stellt sich aber schon die Frage, ob das noch einen Sinn macht", merkte der Lauf-Organisator an, neben dem rund 80Helfer an der Strecke aktiv waren.

Zwar habe der Oberstenfelder Ortslauf ein besonders ländliches Flair zu bieten, doch das scheint den Athleten immer unwichtiger zu werden. "Bei den Stadtläufen gibt es viel mehr Zuschauer, man wird auf der Strecke gesehen. Das einzige was man bei uns sieht, ist Fuchs und Has", erkennt Neumann den Trend der Zeit. Und so ist es sogar möglich, dass der 17. Ortslauf im kommenden Jahr gleichzeitig der Letzte sein wird. Die Zeichen stehen jedenfalls auf Abschied. Für Oberstenfelds Bürgermeister Reinhard Rosner keine tolle Vorstellung: "Das wäre wirklich schade für die Gemeinde. Der Lauf hat sich inzwischen zu einer festen Institution entwickelt. Was ihn auszeichnet ist die Mischung aus Ort und Natur im Streckenverlauf", erklärte er.

An dem bereits zum zwölften Mal ausgetragenen Halbmarathon nahmen rund 90Läufer teil. Sieger über die 21,1-Kilometer-Strecke war erwartungsgemäß der Kenianer Amos Kimlei Rotich. Nach einem atemberaubenden Endspurt überquerte er nach 1:09:30 Stunden die Ziellinie. "Für ihn war das ein schneller Trainingslauf", ergänzte Neumann, da Rotich in der kommenden Woche in Füssen an einem Marathon teilnehmen wird. Der 23-Jährige ist im Rahmen des Projekts "running for a better future" in Deutschland und nimmt an mehreren Läufen teil. Rotichs Vorsprung auf Verfolger und Langstreckenläufer Michael Sommer betrug letztlich über sieben Minuten. Der siebenmalige Deutsche Meister im 100-Kilometer-Lauf sicherte sich mit rund einer Minute Vorsprung den zweiten Rang vor Wolfgang Schütz. Beste Läuferin war Melanie Altenbeck aus Ditzingen Sie benötigte 1:31:20 Stunden für den Weg.

120 Sportler, und damit der Großteil des Teilnehmerfeldes, nahmen am Zehn-Kilometer-Lauf teil, bei dem ebenfalls ein Kenianer triumphierte. Ben Masai (32:02 Minuten), der von einem "tollen Rennen" sprach, erlief sich einen Drei-Minuten-Vorsprung vor Ulrich Königs aus Ditzingen. "Mit diesem Resultat bin ich bei diesen Temperaturen zufrieden. Es war nicht einfach, da ich die meiste Zeit keinen Blickkontakt zum Führenden hatte", erklärte dieser. Bei den Frauen war Britta Rast (46:22Minuten) die Schnellste.

Nur rund 40 Athleten waren hingegen beim wieder eingeführten Fünf-Kilometer-Lauf dabei. Jürgen Michel und Dirk Oberknapp vom Team "Kieferorthopädie Dr. Fuchs" sicherten sich nach rund 19 Minuten den Doppelsieg und damit auch die Mannschaftswertung. "Beim Citylauf in Ludwigsburg in der vergangenen Woche sind wir daran nur knapp gescheitert, heute hat es dann geklappt", zeigte sich der Waiblinger Michel glücklich. Als Dritter kam mit Nina Gußmann von der LG Leinfelden-Echterdingen der schnellste weibliche Teilnehmer des Feldes ins Ziel. Sie brauchte 19:43 Minuten.