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MZ-Presse: "Oberstenfelder Ortslauf wird im Vorfeld zum Krisenfall"

22.07.2013 14:12 Alter: 4 Jahre
Kategorie: Handball, Hauptverein, Ortslauf

Von: Julia Spors - Marbacher Zeitung

Oberstenfeld - So hatten sich die Organisatoren des Oberstenfelder Ortslaufs das Wochenende bestimmt nicht vorgestellt. Seit Wochen standen die Distanzen, die Voranmeldefrist war vorbei, der Lauf damit quasi eingeläutet. Doch am Freitagmorgen kam dann der Schock: „Bürgermeister Reinhard Rosner hat angerufen und meinte, wir müssen die Veranstaltung absagen“, so Werner Neumann, der Organisationschef der Oberstenfelder Ortslaufs. Grund waren die Auflagen, die das Landratsamt Ludwigsburg plötzlich forderte.

„Diese waren einfach nicht erfüllbar. Erst recht nicht in der kurzen Zeit“, erklärt Neumann. Komplettsperrungen über Stunden sowie weitläufige Umfahrungen hätte das Organisationsteam kurzfristig organisieren müssen. „Das war nicht machbar“, meint Neumann. Bürgermeister Reinhard Rosner sieht das genauso: „Die Zufahrt zum Edeka-Markt hätten wir über Stunden komplett sperren müssen, außerdem wären ganze Wohngebiete abgeschnitten gewesen“, berichtet der Schultes am Samstagnachmittag während des Ortslaufs. Dass dieser trotz der prekären Situation im Vorfeld stattfand, war letztlich einem guten Krisenmanagement zu verdanken. Innerhalb von Stunden erarbeitete das Organisationsteam eine neue Lösung.

Dieser fiel jedoch der Halbmarathon zum Opfer. „Ihn konnten wir unter diesen Voraussetzungen nicht durchführen“, erklärt Neumann, der deshalb bereits am Freitagabend an die rund 30 Voranmelder eine E-Mail verschickte. Die Nachmelder erfuhren leider erst am Samstag von der Absage. „Einige sind natürlich erbost gegangen, andere haben aber einfach auf den Zehn-Kilometer-Lauf umgemeldet“, berichtet der Organisationschef. Melanie Altenbeck aus Nufringen beispielsweise. Die Siegerin des Zehn-Kilometer-Laufes wollte eigentlich auf die Halbmarathon-Distanz, lief dann aber einfach ein paar Kilometer weniger, kam bei den heißen Temperaturen aber dennoch ins Schwitzen. „Es war verdammt heiß“, meint Neumann, der am Sportplatz zuschauen konnte, wie sich die Läufer nach jeder Runde mit einer Ration Wasser versorgten. Dass die Zuschauer den Läufern diesmal mehrfach zujubeln konnten, lag an der neuen Streckenführung, bei der Improvisation gefragt gewesen war. Denn anstatt nach Gronau ging es diesmal eben kurzerhand auf einem Rundkurs rund um die Sporthalle und das Oberstenfelder Industriegebiet. 2,5 Kilometer war die Runde lang, auf die sich die Fünf-Kilometer-Läufer zweimal, die Zehn-Kilometer-Läufer viermal machen mussten. Am Ende gab es dafür einiges an positiver Resonanz. „Die Läufer meinten, es wäre mal was anderes gewesen“, ist Werner Neumann zufrieden mit dem Krisenmanagement und meint: „Wir wollten das Gesicht einigermaßen wahren und das ist uns gelungen.“ Eine Neuauflage wird es im kommenden Jahr aber wahrscheinlich dennoch nicht geben. „Die Auflagen des Landratsamtes sind schlichtweg nicht erfüllbar. Der Aufwand und das Ergebnis stehen in keinerlei Relation. Die Tendenz ist deshalb eindeutig: Das wird das Ende des Oberstenfelder Ortslaufes gewesen sein“, meint der Organisationschef. Oberstenfelds Bürgermeister Reinhard Rosner sieht das ähnlich: „Das war wahrscheinlich das Aus. Unterm Strich sind die Auflagen einfach zu umfassend“, meint er während der Veranstaltung. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch bei der Handball-Abteilung des SKV, die den Ortslauf durchführt. „Sie wird in einer Sitzung über den Fortbestand des Ortslaufs entscheiden“, sagt Neumann, ist sich aber schon so gut wie sicher, dass die 18. Auflage auch die letzte war.

Bei dieser waren im Übrigen rund 300 Starter gemeldet, ins Ziel kamen rund 220. „Das heiße Wetter hat mit Sicherheit mit eine Rolle gespielt, dass es nicht mehr Nachmelder gab“, glaubt Werner Neumann, der jedoch froh ist, dass das Deutsche Rote Kreuz zu keinem großen Zwischenfall ausrücken musste.

Einen kleinen Fauxpas gab es dafür leider noch beim Zehn-Kilometer-Lauf. Ulrich Königs, der als Favorit auf die Strecke gegangen war, wähnte sich nach einem Abstimmungsfehler im Zielbereich schon als glücklicher Sieger, bemerkte dann aber erst, dass er eine Runde zu wenig gelaufen war. Kurzerhand wurde auch hier Improvisationstalent bewiesen, der Läufer vom Therapie- und Rehazentrum Bottwartal zurück auf die Strecke geschickt und die Stehzeit von zehn Sekunden am Ende wieder abgezogen. So wurde Königs, obwohl er hinter Tim Sirnsak als Zweiter ins Ziel kam, doch noch Erster – zufrieden waren damit alle. „Die Läufer haben sich da ganz locker geeinigt“, verrät Werner Neumann.

Beim Fünf-Kilometer-Lauf siegte Robin Bürkle (Therapie- und Rehazentrum Bottwartal) vor Jeremy Bensz (TSG Heilbronn), beste Frau im Feld war Margit Heidrich vom LT Murr vor Katharina Bieser vom Therapie- und Rehazentrum Bottwartal. Den MZ-Firmenlauf gewann das Therapie- und Rehazentrum klar vor den Handballern des SKV.