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MZ-Presse: "Ein rundum gelungenes Handballfest"

29.05.2012 10:13 Alter: 5 Jahre
Kategorie: Handball, Handballturnier, Hauptverein

Von: Lars Laucke - Marbacher Zeitung

Das 39. Oberstenfelder Pfingstturnier hat vier Tage lang viel Sport und Spaß geboten. Die Oberstenfelder Herren und die „Magdegurken“ sind Turniersieger geworden, während die Damen aus Neckarsulm zuschauen mussten.

Zelte stehen überall am Rand des Geländes, aus verschiedenen Ecken ist der Duft von Bratwürsten zu riechen, die auf den mitgebrachten Campinggrills brutzeln, alle paar Meter sitzt ein Grüppchen gut gelaunter junger Leute in Klappstühlen und genießt das schöne Pfingstwetter, im Hintergrund hört man die ersten Klänge des Soundchecks. Nein, wir sind nicht bei Rock am Ring oder auf dem Southside Festival. Der große Unterschied der beschriebenen Szenerie zu besagten Rockfestivals: Beim Pfingstturnier in Oberstenfeld wird auch noch Handball gespielt.

Vier Tage lang dreht sich am Pfingstwochenende auf dem Sportgelände des SKV Oberstenfeld alles um Handball. Gut, nicht alles und auch bei Weitem nicht so bierernst, wie es sonst der Fall ist, wenn zum Beispiel der SKV Oberstenfeld auf eine Mannschaft des TV Oppenweiler trifft. Mehr Bier, weniger Ernst. Dafür gute Stimmung und drei Abende Party im großen Festzelt. Ihre Saison haben die Handballer bereits vor Wochen beendet, entsprechend locker und gelöst geht es in Oberstenfeld zu. „Wir sind mal wieder sehr zufrieden mit dem Turnier“, sagt der Organisationschef Armin Schmid bereits vor dem Finale der Herren. „Das Wetter war toll, am Samstag fast schon zu heiß, am Sonntag eigentlich ideal zum Handball spielen.“ Etwa 135 Mannschaften sind am Start, etwas weniger als im Vorjahr. „Wir werden da in der Werbung noch mehr Gas geben“, kündigt Schmid an. Mails an quasi jeden Verein in Süddeutschland und zum Teil darüber hinaus, Flyer, die von Januar an verteilt werden sollen, und Feedback-Fragebögen an die Mannschaften, die dabei waren. „Die Auswertung wird sehr wichtig, damit wir sehen, wo wir noch besser werden können“, so Schmid. Keine Frage: Nach 39 Jahren ist das Pfingstturnier längst auch zu einem Produkt geworden, das verkauft werden will. „Natürlich ist das ein Event für unsere Teams, vor allem auch für die Jugend. Aber das Turnier ist eben auch ein Posten im Etat, mit dem die Abteilung Jahr für Jahr rechnet.“

Ein Novum gibt es dieses Jahr im Wettbewerb der Damen: Die Mannschaft von Drittliga-Aufsteiger NSU Neckarsulm ist zwar da, kann aber nicht spielen. Denn als am Samstagmorgen die Spielerinnen ihre Sporttaschen aus den Autos holen wollen, da ist auf einmal die Tasche mit sämtlichen Autoschlüsseln verschwunden. Alles Suchen bleibt erfolglos, die Neckarsulmerinnen müssen verzichten. Erst am Sonntagmorgen taucht die Tasche mit den Schlüsseln wieder auf, sie war offenbar unter das Nachbarzelt gerutscht. „Ich bin seit Beginn dieses Turniers dabei, aber das ist wirklich einmalig“, kann Armin Schmid nur den Kopf schütteln.

Ohne die Konkurrenz aus Neckarsulm dominieren die Damen aus Großbottwar das Turnier. Die unter dem Namen HSC 2000 Magdegurken angetretene erste Mannschaft gewinnt im Finale gegen den TV Großbottwar II. Ein Herzschlagendspiel à la „Finale dahoam“ gibt es bei den Herren: Weil es zwischen Gastgeber SKV Oberstenfeld und dem TV Oppenweiler nach Ende der 20-minütigen Spielzeit unentschieden steht, muss ein Siebenmeter-Werfen entscheiden. Selbst nach jeweils fünf Schützen steht noch kein Sieger fest, da jede Mannschaft einmal verschießt. Erst jetzt hält der Oberstenfelder Torhüter den gegnerischen Wurf, während der SKV-Schütze verwandelt. Dass der Jubel weitaus verhaltener ausfällt als vor Wochenfrist in der Münchner Allianz-Arena und die Spieler aus Oppenweiler die Niederlage mehrheitlich mit einem Lächeln quittieren, zeigt, dass es eben doch „nur“ um den Sieg beim Pfingstturnier geht und nicht um die Champions League.

Da ist der Jubel bei den Nachwuchsteams teilweise deutlich größer, wie zum Beispiel bei der männlichen B-Jugend aus Oppenweiler. Die liegen im Finale beim Schlusspfiff gegen die HSG Weiterstadt-Braunshardt aus Hessen mit einem Tor in Front, doch es gibt noch einen Siebenmeter für Weiterstadt. Den jedoch wehrt der TVO-Schlussmann ab und sichert seinem Team damit den Turniersieg. Wesentlich überlegener holt sich die weibliche A-Jugend des TV Großbottwar den Turniersieg, ebenso wie der TSB Horkheim bei der männlichen A-Jugend.

Abgesehen von Kleinigkeiten wie dem verhinderten Auftritt der Neckarsulmer Damen oder der Tatsache, dass die Deutschlandflagge aus rund sechs Metern Höhe geklaut wird, was Armin Schmid wiederum nur mit einem Kopfschütteln kommentiert, ist das 39. Oberstenfelder Pfingstturnier wieder einmal eine rundum gelungene Veranstaltung. Das gilt insbesondere auch für die Tanzabende im Festzelt mit der Band Purple Sun. Da haben die Veranstalter ihre Konsequenzen aus der Vergangenheit gezogen, als es schon mal zu Schlägereien kam, nicht zuletzt auch durch Besucher aus der Umgebung, die nichts mit dem Handball zu tun haben. „Wir haben den Einlass begrenzt, es sind jetzt nur noch etwas über 1000 Leute im Zelt gewesen. Außerdem haben wir die Security verstärkt und arbeiten sehr gut mit der Polizei zusammen“, erklärt Armin Schmid. Der 40. Auflage des Pfingstturniers im kommenden Jahr steht also nichts im Wege. Dann, so hofft Armin Schmid, wieder mit rund 150 Mannschaften.

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